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Die Pyramide - Zeichen der Macht

Die Pyramide der Illuminaten befremdet heutzutage viele - diese Pyramide wird gedeutet als Streben nach Herrschaft, Kontrolle und zentraler Steuerung. Aber das wirklich Besondere daran ist etwas anderes. Nämlich die Ersetzung Gottes durch den Menschen. In diesem Sinne kann man die Illuminatenpyramide durchaus als unheimlich oder blasphemisch ansehen.

Angeblich stifteten die Illuminaten die Pyramide auf dem Ein-Dollarschein. Das beweist, dass die USA von dem bayerischen Orden gegründet wurden. Noch mehr Belege dafür:

Über der Pyramide steht: Annuit Coeptis, "Er segnet unseren Anfang", unter ihr ist zu lesen: Novus Ordo Seclorum, auf deutsch "Die neue Weltordnung" oder "Die neue Ordnung der Zeiten". Ein weiteres Zeichen ist das Allsehende Auge in dem Schlussstein - es schwebt über dem Pyramidenstumpf und zeigt somit die Distanz zur Welt an.

Nun, diese Zusammenhänge sind offenbar sehr vage. Skeptiker sagen, dass gerade das zeigt, wie durchtrieben der Plan der Pyramide ist.

"Wir wollen dir zeigen, daß du, deine Familie, deine Vaterstadt, dein Vaterland, selbst diese Erde, nur Stuffen und Sehröhre sind, durch welche man in die Welt, und die Stadt Gottes schauet."
(Adam Weishaupt, "Größere Mysterien")

Die Pyramide bei den Ägyptern

Umàra al-Yàmani schrieb im 12. Jahrhundert über die Pyramiden Ägyptens, sie sind "Bauten, vor denen sogar die Zeit sich fürchtet, und es fürchtet sonst doch alles in der sichtbaren Welt die Zeit".

Die Pyramide verbürgt die Unsterblichkeit des Pharao. Für das ewige Leben als Gott in der Welt der Menschen schufen sie diese Monumente für die Ewigkeit. In der 4. Dynastie entstanden die bekanntesten Pyramiden des Alten Reichs. Schon in der griechischen Antike galten diese Pyramiden als das siebte Weltwunder - als "Thron der Sonne". Auf ihrer Spitze sollten sich der Sonnengott Ra und der Pharao, der Gottkönig, vereinigen. Diese Sakralbauten waren die ersten Bauwerke aus Stein - zu einer Zeit, als Wohnhäuser, Tempel und sogar Paläste aus Lehm gebaut wurden. Der Stein ist die Erde, die erstarrte Lava, der Urgrund, aus dem alles erst hervorkommt. Darum galt die Pyramide als Zentrum der Welt, denn sie ist sozusagen die vollendete Form des Steins.

Die Pyramide - die heilige Weltordnung des Mittelalters

Die Gesellschaft des Mittelalters war pyramidenartig aufgebaut. Bauern, Handwerker bildeten die Basis. Adel und Klerus standen darüber; sie hegten und lenkten den niederen Stand. An der Spitze stand der Papst als Stellvertreter Gottes und darüber - Gott. Dieser Aufbau war die inhärente Logik des Christentums und des von Gott geschaffenen Menschen. Denn der Mensch bedurfte der Lenkung und Ausrichtung auf das eine Ziel: Gottvater. Es war undenkbar, dass jemand aus dieser kosmischen Hierarchie ausbrechen könnte.

Wer als Bauer geboren war, war Bauer. Punkt. Es war undenkbar, weil jede Infragestellung den Glauben und die Welt-Ordnung (gr. kósmos, die harmonische Weltordnung) gestört hätte. Der Mittler zwischen Mensch und Gott war alternativlos in seiner privilegierten Stellung ganz oben in der Pyramide. Der Investiturstreit zeigt anschaulich, wie existentiell die Frage, "Wer kommt nach Gott?" war. Es ging dabei nicht um eine machtpolitische Frage, bzw. die war nachgelagert. Im Grunde drehte sich alles darum, ob die biblische Weltordnung und sein Garant sich behaupten können oder nicht. "Es kann nur einen geben", war nie treffender als in der Frage, wer steht an der Spitze der zivilisierten Welt.

Die Pyramide - Ausdruck mystischer Vollkommenheit

Auch in der esoterischen Tradition finden wir die Pyramide und Hierarchie. Gerade auch in der freimaurerischen Tradition. Die Vorstellung, dass ein Mensch etwas anderes werden könne als seine Geburt ihm zuschreibt, grenzte an Häresie. Darum entwickelten die Mystiker und Kabbalisten ein so kompliziertes System wie den Lebensbaum.

Der Mensch steht in Malkuth, der untersten Sephira. Er ist unendlich weit von der Vollkommenheit entfernt. Vervollkommnung ist gleichbedeutend mit dem Aufstieg zu Kether. Unten: das Vergängliche, oben: das Ewige, die Transzendenz.

Die Pyramide der Illuminaten

Die Pyramide der Illuminaten (wenn sie überhaupt zu deren Symbolen gehörte) verspricht keine neue Ordnung, diese Pyramide ist die neue Weltordnung.

Diese Pyramide folgt noch der Tradition, indem sie die Hierarchie kennt - was an sich weder gut noch schlecht ist. Sie folgt aber auch der Aufklärung: zwischen dem Menschen und dem Göttlichen steht kein Mittler mehr. Das zeigt sich in der Vision der Gründungsväter der USA. Die neue Weltordnung, die neue Pyramide schließt die Kluft, an der die Alte Welt zerbrach.

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Kommentare

Immer wieder lese ich, die Illuminati seien ein bayerischer Orden, der von Adam Weishaupt gegründet wurde. Aber das stimmt so nicht. Der Illuminatenorden war viel älter, er war sozusagen der Vorreiter für die bekannteren Orden wie Templer, Freimaurer usw., in denen er aufging. Der Orden von A. Weishaupt hat überhaupt nicht direkt mit dem alten Orden zu tun. Es ist ganz wichtig, das zu unterscheiden, um herauszufinden, welche Kenntnisse von woher kamen. Auffällig ist, dass das Gründungsjahr der USA mit dem Gründungsjahr der bayerischen Illuminati zusammenfällt. Das spricht gegen die These, dass dieser Orden überhaupt an der Gründung beteiligt gewesen ist. Allerdings wäre es ein seltsamer Zufall, so dass eine Verbindung zwischen den beiden Ereignissen durchaus bestehen kann.