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Am Rad (der Geschichte) drehen - sowjetische Invasion 1968

Vor 40 Jahren kämpfte der Warschauer Pakt (wieder einmal) militärisch um den Erhalt seiner Macht. Es war das Ende des Prager Frühlings.

Seit den Fünfziger Jahren genossen die Satellitenstaaten Moskaus nur "beschränkte Souveränität", was mit der später verkündeteten Breschnew-Doktrin verbindlich wurde. Offiziell wurde sie 1988 aufgehoben. Doch bei russischen Invasionen (Berlin 1953, Budapest 1956, Prag 1968, Grosny 1999, Gori/ Georgien 2008, ... to be continued) gleichen sich nicht nur die Bilder.

sowjetische Panzer in Prag 1968
Foto: Die zur "Rettung" entsandten "Brüder" 1968 in Prag. Die Einwohner von Prag erkennen jedoch die Parallele zur Wehrmacht, die sich ebenfalls aufgemacht hatte, um sie heim ins Reich zu holen. (Foto: faz.net/ Manfred Hermann)

Das letzte Kapitel der tschechoslowakischen Reform zur Schaffung eines "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" wird mit Blut geschrieben. 58 Tote, davon 22 in Prag allein am ersten Tag der Invasion fünf ausländischer Armeen in der CSSR.

Die Invasoren mobilisierten zur Invasion des Landes 27 Divisionen mit einer halben Million Soldaten auf. 6300 Panzer, 800 Flugzeuge und 2000 Geschütze mobilisierte Moskau. Zum Vergleich: Deutschland setzte 1941 gegen Russland 3580 Panzer ein.

Die militärische Supermacht agierte als Besatzungsmacht völlig stümperhaft. Es dauerte Tage, bis sie den tschechoslowakischen Rundfunk unter Kontrolle brachte, der den zivilen Widerstand organisierte. Der Putsch sollte eine prosowjetische Regierung ins Amt hieven, das misslang. Ein Jahr dauerte es, bis die Lage aus Moskauer Sicht "normal" war.

kleiner Zeitsprung: Vielleicht muss man zur Ehrenrettung der "Befreiung" in Georgien anmerken, dass Gori immerhin die Geburtsstadt von Joseph Stalin ist. Und der mag zwar gebürtiger Georgier sein - im Geiste jedoch gehört er nach Moskau. Und so auch das Städtchen seiner Geburt. Also ist doch alles im Lot!

Eine Slideshow mit Bildern des Einmarschs: