Onlinezensur in China

"Reporters Without Borders" haben einen Bericht [PDF] über die Internetzensur in China veröffentlicht. Die dort üblichen Praktiken sind in einem Überwachungsstaat Usus oder sogar notwendig fürs Regime. Deutschland ist auf dem besten Wege hin zu chinesischen Verhältnissen. Darum hier ein kleiner Auszug, sozusagen als Vorgeschmack Warnung:

  • Das Pekinger "Internet Information Administrative Bureau" instruiert Websites, Artikel nicht veröffentlichen, über bestimmte Ereignisse und Veranstaltungen nicht zu berichten oder bestimmte Kommentare zu unterbinden.
  • Es wird erwartet, daß die Betreiber der (privaten!) Websites hörig sind. Oder netter formuliert, daß sie 'freiwillig' schnellstmöglich tun, was sonst gewaltsam durchgesetzt wird.
  • Die Betreiber der führenden Pekinger Websites haben zum wöchentlichen Treffen der Zensurbehörde zu erscheinen. Jeden Freitag vormittag. Dort werden die aktuellen Themen besprochen und unkooperative Sites kritisiert (Mao läßt grüßen). Dann gibt das Überwachungsbüro die zu behandelnden Themen der kommenden Woche aus, die Artikel, die vorher genehmigt werden müssen und die No-Go Themen.
  • Es gibt eine Art Lizenpunkte für Websites. Der eine kriegt Vergünstigungen, der andere nicht... ein Wettbewerbssystem der Sklaverei. Zuckerbrot und Peitsche.
  • Firmen wie Yahoo! werden eingeladen zum jährlichen "Onlinemedientrip zur Geburtsstätte des Kommunismus" mit der nachrücklichen 'Ermutigung', darüber zu berichten. Eine flankierende meinungsbildende Maßnahme.

Vielleicht können Yahoo oder Google alternativ ihre Algorithmen etwas nachbessern? Fällt weniger auf.