Autor: Edgar L. Gärtner
Ich geb's zu: es war schwer, wenigstens 3 Kritikpunkte zu finden. Denn "Öko Nihilismus" ist ein Buch, nach dem ich lange gesucht hatte und das ich dennoch gar nicht mehr erwartet hatte. Wie ich zu dem Buch kam, ist eine Geschichte für sich, ich berichte in Kürze. Aber hier schon mal herzlichen Dank an jo@chim und das Antibürokratieteam und Andrè F. Lichtschlag (ef-magazin). Ich hoffe, ihr erinnert euch noch :)
"Öko-Nihilismus" ist das neueste Buch des Umweltjournalisten und Buchautors Edgar L. Gärtner. Der Verfasser zählt zu den wichtigsten deutschen Ökologen. Er ist außerdem "Direktor des Umweltforums des Centre for the New Europe (CNE), einer Denkfabrik in Brüssel.
Anders als der grüne Mainstream vertritt er vehement technik- und wachstumsbejahende Positionen. Bereits in den siebziger Jahren wies er im Magazin "Konkret" auf die menschenverachtenden Konsequenzen der vom Club of Rome initiierten, berühmt-berüchtigten Studie 'Die Grenzen des Wachstums' hin." (Klappentext)
Es gibt Antworten auf politisch unkorrekte Fragen. Ich weise darauf hin, dass die Kurzfassungen der Antworten nur einen groben ersten Eindruck vom Thema zeigen können und sollen.
Sie wollten "die öffentliche Meinung der westlichen Welt (...) einer Art Schockbehandlung" (S. 209) unterziehen - es ist ihnen gelungen. Heute ist die grüne Bewegung die effektivste Form des 'Klassenkampfes von oben'. Auf diesen brisanten Teil gehe ich hier nicht ein, man muss die Fülle der Materialien und sorgsam gewählten Zitate im Zusammenhang lesen, um die Tragweite von Gärtners Enthüllungen zu erfassen.
Ich habe vor "Öko-Nihilismus" nur Artikel, doch kein anderes Buch über die politischen Umweltaktivisten gelesen. Ich halte Gärtners Buch für einen Meilenstein in der Aufklärung, doch das mögen passionierte ähm... Klimaleugner* anders einschätzen. *Ich finde diese plumpe Wortschöpfung faszinierend. :)
Gegenüber den horrenden Subventionen und dem nicht vorhandenen Erfolg der Klima-Politik ist der vom Autor favorisierte freie Markt die einzige Alternative. Das um so mehr, als die Lobbyarbeit (Gehirnwäsche?) der Ökokartelle diese weit gebracht hat: In einer Forsa-Umfrage 2004 sprachen sich "zwei Drittel der befragten Deutschen für eine Fortsetzung der Subventionierung des Ausbaus des Anteils der Windenergie an der Stromversorgung" aus. (S. 27) Und wenn das noch normal klingt, hier die Zahlen dazu:
So weit, so gut. Unternehmertum, Wettbewerb, Produktivität, Kapitalismus sind besonders bei den Deutschen nicht mehrheitsfähig. Das mag die Ursache sein, dass Gärtner den Markt mit einer Werteordnung stützen will. Auch das verstehe ich noch. Aber dass diese Werte die 10 Gebote sein sollen ... da kann ich nicht mitgehen. Dabei geht es gut los:
Aber da die Frage einer zukunftsfähigen Weltsicht "nur" die Leinwand ist, auf der die vielfältigen Fragen nach Klima und Umweltschutz bedacht und kritisiert werden können, sind verschieden Ansichten darüber nicht zentral für das Buch.
Dieses Buch empfehle ich jedem, der mindestens ein vages Unbehagen ob der Ineffektivität und der horrenden Kosten des Umweltschutzes hat. Wer statt Verschwörungstheorien detaillierte und verständliche Analysen will, für den ist "Öko-Nihilismus" eine wahre Goldgrube.
Wusstest du z.B., dass die Warnungen von schmelzenden Polkappen, steigendem Meeresspiegel, 3,5 Grad Erderwärmung etc.pp. alle auf Computersimulationen beruhen? Simulationen, in denen Niederschlag und Wolkenbildung nicht erfasst werden können (zu schwer zu berechnen) und darum wurden sie weggelassen. Das ist ungefähr so, als ob man ein Auto ohne Räder fahren will und vor seiner miserablen Laufleistung warnt.
Oder wusstest du, dass die Treibhauseffekt-Theorie auf ein vor 110 Jahren entworfenes Modell zurückgeht? 1896 entwarf es der Chemiker Svante Arrhenius. Allerdings konnte er "niemanden überzeugen, weil die Annahme einer CO2-reichen Schicht in sechs Kilometern Höhe schlicht der Tatsache widerspricht, daß Kohlendioxid schwerer ist als die Hauptbestandteile der Luft." (S. 70)
Dieses Buch weist nach, dass und wieso fast alles, was wir über Weltklima, Treibhauseffekte, Klimakatastrophe zu wissen meinen, falsch ist. Und es verschont den Leser mit neuen "10-Punkte-Aktionsplänen" zur Weltrettung. "Öko-Nihilismus" zeigt auch, dass man nicht über Umweltfragen reden kann, ohne Familie, Wissenschaft, Politik, Weltsicht einzubeziehen. Damit hilft es, die Welt von heute wieder zu enttrivialisieren. Es verweigert sich jeder Fachidiotie.
Zum Schluss meiner Buchempfehlung noch einmal Edgar L. Gärtner zu den Lehren der Geschichte des 20. Jahrhunderts:
"Lernen können wir aus diesen Katastrophen, daß nicht das Bestand hat, was arrogante Intellektuelle sich ausdenken und Bürokraten am grünen Tisch entscheiden. Bestand haben auch nicht die von 'kleinen Leuten' erträumten scheinbar bequemen bürokratisch-kollektivistischen 'Lösungen' von Problemen wie Arbeitslosigkeit, Umweltverderbnis und Armut. Bestand hat letztlich nur das, was sich so niemand ausgedacht hat, weil es nicht das Ergebnis feststehenden Wissens, sondern das Ergebnis von Suchen, Lernen und Wetteifern auf dem Markt ist." (S. 176)
Homepage des Autors: www.gaertner-online.de
Das Buch bei Amazon kaufen: Öko-Nihilismus: Eine Kritik der Politischen Ökologie
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