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Wo finden heute Verschwörungen statt und wie laufen sie ab? Such nicht in alten Dokumenten oder geheimen Zirkeln. Vielleicht sind sie noch da, aber da sie geheim sind ... wirst du es nicht erfahren:)
Es passiert heute ganz offen im Zentrum der Öffentlichkeit. Erwarte keinen perfekten Plan, sondern die "normale" Ignoranz durch Handlungsdruck. Mit echten Weltverschwörern vom alten Schlag wie in den Romanen Dan Browns oder Jan van Helsings kann man wenigstens darauf zählen, dass sie einen umfassenden Plan umsetzen. Sie wissen, was sie tun.
Sobald man die Bücher zuklappt, sieht die Sache anders aus. Die Akteure wissen heute nicht, was sie gestern sagten. Auf dem Hintergrund kann daran gezweifelt werden, dass sie wissen, was sie tun.
In nicht einmal zwei Monaten hat Frau BundescanclerIn Merkel angesichts der Wirtschaftskrise ihre Ansicht über Konjunkturpakete und die Aufgaben des Staates in der Krise flexibel verändert.
"Am 19. Oktober, vor der Verabschiedung des ersten Konjunkturpakets, stellte Angela Merkel klar, dass sie nichts von „beliebigen breit gestreuten Konjunkturprogrammen“ halte.
Am 23. November wandte sich Frau Merkel gegen Steuersenkungen mit Verweis auf die steigende Staatsverschuldung: „Wir sind jetzt bei einer Nettoneuverschuldung von über 18 Milliarden Euro“; die Diskussion über Steuerreform und Steuersenkungen müsste Teil der Wahlkampfauseinandersetzung bleiben.
Am 30. November sagte Angela Merkel, es sei „Unsinn, jetzt etwa neue Straßenbaumittel einzustellen“. „Das ergibt auch konjunkturpolitisch keinen Sinn.“ Die Bundeskanzlerin bekräftigte: „Die Steuerzahler sind meine Verbündeten!“
Am 1. Dezember hieß es von der Kanzlerin: „Wir können die Staatsverschuldung nicht hochtreiben, nur um das Gefühl zu haben, wir hätten etwas gemacht. Puren Aktionismus wird es mit mir nicht geben. Ich setze auf Augenmaß statt Augenwischerei.“
Am gleichen Tag prägte Merkel auf dem Stuttgarter CDU-Parteitag das Bild von der schwäbischen Hausfrau, deren Lebensweisheit sei: „Man kann nicht auf Dauer über seine Verhältnisse leben.“
Am 4. Dezember lehnte die Bundeskanzlerin es ab, über weitere konjunkturfördernde Maßnahmen und Steuersenkungen zu spekulieren.
Das zweite Konjunkturprogramm kündigte Merkel am 16. Dezember an: „Ich denke, dass da noch mal einige Milliarden zustande kommen.“
Am 19. Dezember sagte die Kanzlerin, ein zweites Konjunkturpaket solle vor allem dem Ausbau der Infrastruktur gelten.
Am 11. Januar hieß es von ihr: „Ich halte einen Einstieg in eine Korrektur der kalten Progression konjunkturell und strukturell für richtig.“
Von Beginn an hatte sie gesagt, sie halte sich „alle Optionen offen. Alle“."
Quelle: F.A.Z. vom 14.Januar 2009, der Artikel online
Gegen staatlich mitverursachte Wirtschaftskrisen hilft es angeblich, in Kindergärten die Fenster zu streichen und die Graffitis von den Toilettenwänden der staatlichen Schulen zu entfernen.
Noch vor fünf Jahren hatten nicht einmal die Linken von so weitreichenden Staatseingriffen in den Markt noch zu Lebzeiten zu hoffen gewagt. Vergessen ist, dass schon zum Konjunkturpaket I der Regierung über 18 Milliarden Euro fehlten. Jetzt kommen noch 50 obendrauf. Woher nur? Es sind die Steuern und Inflationsverluste der nächsten Generationen. Was schert's die Politiker um die Bundes-Canclerin? 2009 ist Superwahljahr. Und wir stehen erst ganz am Anfang.