Am 20. Dezember veröffentlichte die Frankfurter Allgemeine einen Artikel von Umberto Eco. Darin erklärt Eco, warum die Geheimdienste nur das archivieren, was alle bereits wussten. Und er stellt die These auf, dass Wikileaks vor allem die Banalität des Diplomatenalltags enthülle.
Was zu beweisen war: Einen Monat später interessiert sich niemand mehr für die "Enthüllungen" von Wikileaks. Wir haben jetzt Hochwasser, das ist viel spannender :)
Eco stellt eingangs fest:
"Ein Skandal tritt nur dann ans Tageslicht, wenn er Inhalte öffentlich macht, die alle bereits wussten und in privater Form miteinander austauschten. Das Wissen darüber wurde zuvor nur im Flüsterton weitergereicht aus Gründen der Heuchelei (...)"
Und am Ende zieht er ein ernüchterndes Fazit, indem er Geheimdienste als faul oder geistig beschränkt einschätzt. Mehr Möglichkeiten kommen nicht mehr in Frage:
"Der Informant ist genauso faul oder geistig beschränkt wie der Geheimdienstler, der nur das als wahr anerkennt, was er wiedererkennt. Die Geheimdienste aller Länder dienen also keineswegs dazu, Katastrophen wie den Angriff auf das World Trade Center vorherzusehen (die sie als irregeführte Institute sogar manchmal selbst verursachen). Stattdessen archivieren sie nur das, was alle bereits wussten, weshalb man sie allesamt abschaffen müsste. (...)"
Und weil ich ähnlich faul bin, erspare ich mir weitere Kommentare.
Der komplette Artikel online: http://www.faz.net/-01m006
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